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überarbeitet am 23.3.2006

Der frühere Beringer Dorfarzt Dr. Christian Seelhofer berichtet von seiner Arbeit und aus seinem Alltag in Zimbabwe

Einweihungsfeier in Musiso

Nun haben wir den Spitalneubau und die Renovation des alten Ambulatoriums gebührend eingeweiht. Ebenfalls wurde unsere neue AIDS-Klinik offiziell eröffnet, obwohl wir schon seit einem Jahr in einem Provisorium eine AIDS-Klinik betreiben. Ursprünglich war eigentlich die Spitaloberin der Meinung, man könne nicht einfach so ohne Segnung der neuen Gebäulichkeiten drin arbeiten. Also wurde mit dem Bischof Kontakt aufgenommen und wir erhielten seine Zusage. Wir bildeten ein Spitalfestkomitee, das dann der Meinung war, man könne nicht ohne Einladung an die lokalen Vertreter der Behörde ein Fest durchführen. Als auch diese zusagten, war man dann der Meinung, man könne nun nicht mehr ein einfaches Festli durchführen und man bereitete dann etwas Grösseres vor.

Am 18. März war nun also dieser Anlass. Schon eine ganze Woche waren die Spitalangestellten beschäftigt mit Putzen, Grasmähen, Dekorieren und Einkaufen von Essen (vom Rest des Baufonds finanziert). Von zwei umliegenden Schulen kamen etwa 1000 Schüler und daneben etwa 1000 Gäste. Das Wetter wollte es gut mit uns und wir konnten auf Stühlen, Matten oder einfach auf dem Boden sitzend unter unseren ausladenden Bäumen im Spitalareal festen. Mit einer Heiligen Messe wurde der Anlass morgens um 10 Uhr eröffnet und anschliessend die neuen Gebäulichkeiten durch den Bischof gesegnet. Auch eine Plakette am Eingang des OPD wurde enthüllt, wo dem Schweizer Volk für die grosszügige Spende gedankt wird.

Alles, was Rang und Namen hatte, wurde nun in die vorderste Reihe gesetzt, Provinzgouvemor, Bischof, Partei-und Regierungsvertreter, lokale Chiefs und Häuptlinge. Vorerst waren Darbietungen angesagt. Schüler sangen, einige eher brave, schön klingende Lieder, andere boten ein Spektakel mit Gesang, Rasseln, Trommeln und Tänzen, dass man fast selber vom Stuhl aufgesprungen und mitgetanzt hätte.

Natürlich waren auch Reden angesagt. Alle diese Grossen vorne wollten ja nicht nur gesehen, sondern auch gehört werden. Es waren kurze und lange, kurzweilige und langweilige Reden, aber alle drückten den tiefen Dank aus für die Leute in der Schweiz, die diese Bauten ermöglicht haben. Ich möchte mit diesem Bericht einmal mehr den Dank an die vielen Spender weiterleiten. Auch die Unterstützung unseres AIDS-Projektes durch die DEZA der Schweizer Regierung und die Unterstützung durch Solidarmed in Musiso wird hier sehr positiv vermerkt. Die Leute sind sehr dankbar für die Hilfe in dieser recht schweren Zeit. Dass die Leute draussen sie nicht vergessen haben, gibt ihnen vielleicht doch noch etwas Hoffnung, dass sich einmal noch etwas ändern könnte. Ich benutzte die Gelegenheit der Anwesenheit von gewichtigen Vertretern von Kirche und Regierung, in meiner Rede auch das Problem mit unserer immer noch geschlossenen Krankenschwestemschule in Musiso anzusprechen. Das Problem liegt ja einzig im blockierten Dialog zwischen Kirche und Regierung. Die Rede wurde zuerst mit Befremden zur Kenntnis genommen, gab dann aber zu lebhaften Diskussionen Anlass. Alle waren sich dann einig, dass bald eine Lösung gefunden werden müsste. «Bald» ist auch in Afrika ein sehr dehnbarer Begriff und wir werden sehen.

Erst um fünf Uhr nachmittags wurde dann der offizielle Anlass geschlossen und die Leute stürzten sich auf das Essen, auf das viele schon gewartet haben, da ja seit dem Morgen den meisten nur etwas Popcom und Wasser angeboten wurde.

© Dr. Chr. Seelhofer, 23. Mär. 2005