Dr. M. Bösch & Dr. M. Thalmann
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überarbeitet am 13.11.2008

Der frühere Beringer Dorfarzt Dr. Christian Seelhofer berichtet von seiner Arbeit und aus seinem Alltag in Zimbabwe

Bauen

Ich bin sehr dankbar, dass ich dieses Jahr für die Bettagsaktion des Kantons Schaffhausen berücksichtigt wurde und das Geld für das Silveira Hospital verwenden darf. Damit ist es mir möglich, die vorgesehene Erweiterung der Ambulantenstation im Spital durchzuführen. Es sollte dann nicht mehr nötig sein, über am Boden liegende Patienten hinweg zu steigen, um in die Behandlungsräume zu kommen. Rollstuhlbedürftige Patienten müssen dann nicht mehr mühsam aus den Stühlen gezerrt werden, weil die Türen nicht für Rollstühle gemacht sind. Die Patienten müssen dann nicht mehr im Sitzen oder Stehen untersucht werden, da kein Platz für eine Untersuchungsliege vorhanden ist. Kiemeingriffe können dann besser im Ambulatorium gemacht werden und nicht mehr teilweise hinter einem Vorhang im Untersuchungszimmer, zusammen mit anderen Patienten. Ich hoffe, dass eine schöne Summe zusammen kommt, damit wir einen guten Erweiterungsbau machen können.

Wir sind ja schon am Bauen. Als Ersatz für den dazu nötigen Platz zum Bau des erweiterten Ambulatoriums, muss vorgängig ein neuer Unterstand für Patientenangehörige und eine neue Spitalkapelle (auf Verlangen des Bischofs) gebaut werden. Während der Unterstand schon fertig ist und in Gebrauch, sind wir nun am Bau der Kapelle.

Da ich für das Baumanagement zuständig bin, muss ich vieles selber organisieren, wobei ich zwei gute lokale Maurer habe, die mit ihren Helfern wissen, wo, wie und wie viel. Als erstes musste das Baumaterial hergeschafft werden. Sand wurde mit Eselsgespannen aus dem nahen trockenen Flussbett hergeschafft. Auch Kies konnte gefunden werden. Gröbere Steine für den Untergrund konnten von einer Diamantmine gekauft werden. Die Bausteine haben wir im Spital selber hergestellt. In einfache Holzmodule wurde die nasse Betonmischung eingefüllt und dann zum Trocknen ausgekippt. Der Zement wurde teilweise aus Südafrika importiert, da er dort billiger und in besserer Qualität erhältlich war als in Zimbabwe. Die Deckenbalken konnten von einer nahen Schule gekauft werden, diese brauchten das Geld, um Nägel kaufen zu können, die übrigens das Zehnfache kosten, als in der Schweiz.

Ja, nach wie vor ist die Inflation hier das grosse Problem. Sie betrug in diesem Jahr offiziell schon 251 Millionen Prozent. Das ist auch für uns unvorstellbar. Es heisst einfach für uns, dass die Preise für die meisten Artikel sich mindestens zwei Mal pro Woche verdoppeln. Man hat von der alten Währung vor ungefähr drei Monaten 10 Nullen weggestrichen, aber mit der neuen Währung sind wir schon wieder in den Millionen. In Zimbabwe gibt es fast nichts mehr zu kaufen. Wir beziehen praktisch alles für den Bau - aber auch die meisten Nahrungsmittel - aus Südafrika, was auch nicht ganz einfach ist und teuer. Das meiste ist nun teurer als in der Schweiz. Schlimm ist es aber vor allem für die armen Leute.

© Dr. Chr. Seelhofer, Nov. 2008