Dr. M. Bösch & Dr. M. Thalmann
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überarbeitet am 20.8.2004

Der frühere Beringer Dorfarzt Dr. Christian Seelhofer berichtet von seiner Arbeit und aus seinem Alltag in Zimbabwe

Positives und Negatives am Musiso-Spital

Immer noch grassiert die AIDS-Seuche hier in Zimbabwe. Ich habe schon einmal darüber geschrieben. Wir hatten grosse Hoffnung, hier in Musiso mit der antiretroviralen Therapie beginnen zu können. Die Solidarmed in Luzern besprach sich mit Herrn Fust vom Deza Schweiz. Dieser gab zu verstehen, dass im Departement für Entwicklung und Zusammenarbeit recht viel Geld bereit liege, das speziell für die AIDS-Therapie in Afrika und Asien reserviert sei und dass sie sogar Organisationen suchen für solche Projekte, wie wir sie in Musiso vorbereiten. Die Solidarmed bereitete nun alle Unterlagen vor. Es war ein Gesamtprojekt für Lesotho, Mocambique, Tanzania und Zimbabwe. Gespannt warteten wir auf die Antwort. Wie enttäuscht waren wir, als wir hörten, dass das Geld nur für Tanzania und Moçambique frei gegeben werde. Anscheinend will auch die Schweiz nicht mit einem Land wie Zimbabwe zu tun haben. Für uns schwer verständlich, dass AIDS-Hilfe nicht denjenigen Menschen zugute kommt, die es sehr nötig haben, sondern nur denjenigen, die auch noch im politisch richtigen Land leben. Wenigstens in Harare konnte die Klinik von Dr. Lüthy nach vielen, manchmal fast unüberwindlichen Problemen langsam Fuss fassen. Ihre Gelder stammen aus einer grossen privaten Organisation. Andere meist ausländische Organisationen haben auch enorm Schwierigkeiten, eine antiretrovirale Therapie aufzubauen. Im ganzen Land werden insgesamt nun nur ungefähr 1000 Personen richtig behandelt. Nötig hätten diese Therapie aber ungefähr 1,5 Mio. Leute! Durch bürokratische und andere Schwierigkeiten bedingt, ist nicht zu erwarten, dass im nächsten Jahr viel mehr Leute von dieser ganze Generationen rettenden Therapie profitieren können.

Erfreuliches gibt es aber auch zu berichten. Dank den vielen Spenden, die ich mehrheitlich aus dem Schaffhausischen entgegennehmen durfte, ist nun eine doch erhebliche Summe zusammengekommen. Neben der Soforthilfe, meist für Medikamente und Spitalkosten, konnte mit Spendengeldem ja vor 2 Jahren schon das Röntgengerät repariert werden, das drei Jahre wegen mangelndem Geld nicht geflickt werden konnte. Jetzt können wir auch ein neues Ultraschalloccasionsgerät kaufen, damit unsere vielen Untersuchungen, meist von schwangeren Frauen, wieder besser werden. Das jetzige Gerät gibt manchmal nur ein brauchbares Bild zusammen mit einem Faustschlag auf den Bildschirm. Nun haben wir sogar so viel Geld bekommen, dass wir an die längst fällige Renovation des Spitalambulatoriums gehen können. Dem Ansturm der täglich meist über 200 ambulanten Patienten mussten wir mit vielen Provisorien entgegnen. Ein Teil der Untersuchungen fand auf der Veranda des alten Gebäudes statt. Mit Rollstuhl oder Bahre konnte nicht in alle Zimmer gefahren werden. Oft musste deshalb der Schwerkranke in ein Untersuchungszimmer geschleppt werden. Meine Renovationspläne wurden zusammen mit Brother Serafin, einem über 80-jährigen Immensee-Bruder, der vor über 40 Jahren das Spital schon gebaut hat, überarbeitet und nun liegt der Plan vor, ein neues einstöckiges Gebäude mit 7 Zimmern, WC und grossem Warteraum. Das alte Gebäude wird neu eingeteilt und aufgemotzt. Die Hürden mit den Behörden konnten bisher problemlos genommen werden. Jetzt kommt aber noch die Hauptarbeit. Es gibt hier keine Baufirmen mehr, die alles erledigen. Wir müssen nun selber Offerten einholen für 25000 Ziegelsteine, 450 Sack Zement, Tür- und Fensterrahmen, Sand, Leitungen etc. Einen guten Maurer und ebensolchen Zimmermann haben wir hier im Spital, die zusammen mit aus der Umgebung zusammengetrommeltem Hilfspersonal den Bau schaffen können. Hilfe habe ich dabei auch von Brother Serafin, der zwar etwa 200 km von uns weg wohnt. Auch Pater Sepp von der nahen Missionsstation hat etwas Bauerfahrung und kann vor allem auch gut mit der Shonabevölkerung umgehen und ihnen beim Bau auf die Finger schauen. Ich bin gespannt, wie das alles vorangeht und hoffe, nächstes Jahr in einem neuen Ambulatorium arbeiten zu können. Dass dies alles möglich ist dank den vielen Spenden von Freunden, Bekannten und Unbekannten, ist natürlich wunderbar und spornt auch an, weiterzumachen.

PS: Wenn Sie etwas zugunsten des Spitals Musiso, wo Dr. Seelhofer als Arzt im Einsatz steht, spenden wollen, können Sie den Betrag auf das Konto 60-1433-9 Solidarmed Luzern einzahlen. Vermerk: Musiso Hospital.

© Dr. Chr. Seelhofer, Aug. 2004